Institut für Sportpsychiatrie

Sport- und Bewegungstherapie bei seelischen Erkrankungen

Die therapeutische Wirkung der körperlichen Aktivität, vor allem auf das Herz-Kreislauf-System, ist bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen und gut beschrieben. Mittlerweile unbestritten ist auch die gesamtmedizinisch wichtige Rolle der Sport- und Bewegungstherapie für die Prävention und Behandlung von negativen körperlichen Veränderungen bei chronischen seelischen Erkrankungen wie etwa Adipositas oder Diabetes mellitus.

Neue medizinische Forschungsergebnisse belegen mittlerweile aber, dass Sport- und Bewegungstherapie bei vielen seelischen Erkrankungen auch deutliche therapeutische Wirkungen erzielt.

 

In den meisten psychiatrischen und psychotherapeutischen Einrichtungen wird Sport-und Bewegungstherapie bereits in unterschiedlichem Ausmaß und mit dem Ziel der allgemeinmedizinisch positiven Wirkung eingesetzt. Auf die krankheitsspezifische Anwendung der körperlichen Aktivität bei seelischen Erkrankungen wird aber in der Regel verzichtet. Im Februar 2015 haben wir im Schattauer Verlag ein Buch herausgegeben und uns mit der Frage beschäftigt wie Sport- und Bewegungstherapie spezifisch in den psychiatrischen Gesamtbehandlungsplan aufgenommen werden kann. Dazu wurde der Stand des evidenzbasierten Wissens so aufbereitet, dass sowohl die derzeitigen krankheitsspezifischen Möglichkeiten von Sport- und Bewegungstherapie als auch deren Grenzen aufgezeigt wurden.

 

Das Institut will einen Beitrag leisten, die Sport- und Bewegungstherapie als einen festen Bestandteil der psychiatrischen Behandlung zu integrieren und die präventive Rolle von Sport und Bewegung in der Erhaltung der seelischen Gesundheit stärker als bislang in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dabei wird einen intensive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Hausärzten, Psychiatern und Psychotherapeuten einerseits und den Krankenkassen als Kostenträger andererseits gesucht.